Mobile Only – vergiss Mobile First

Im März 2021 wird Google das Crawling von Mobile First auf Mobile Only umgestellt. Der Crawler für Desktop wird abgestellt. Was bedeutet das für  SEO?

Mobile only: Was sagt die Statistik?

Auch in Deutschland ist die mobile Suche überwiegend und in den Zahlen ansteigend vertreten:

  • Weltweit: Auf dem Handy werden mit 64% deutlich mehr Suchen durchgeführt als auf dem Desktop (35%). Auch gibt es mehr als doppelt so viele Keywords, die von Mobile-Traffic geprägt werden.
  • Während Desktop-Nutzer zu fast 36% auf den ersten Treffer klicken, sind es bei Handy-Suchen nur knapp 30%.
    Handy-Nutzer klicken dafür häufiger auf weiter hinten rankende Treffer.
  • Deutschland ist im internationalen Vergleich noch recht stark von Desktop-Suchen (35%) geprägt. Andere Länder sind bereits deutlich weiter: Italien (32%), Japan (25%) oder Indien (16%).
    Quelle: Sistrix Studie März  2021

D.h. in Indien nutzen schon über 80% nur Handys, in Japan 75% – auch hier Tendenz steigend.

Was ist der Unterschied zwischen Mobile- und Desktopsuche?

Hier am Beispiel „Pils“ die unterschiedlichen Suchergebnisse Desktop/Handy: auf dem Handy werden z.B. Videos angezeigt – anders als auf dem Desktop.

Auf dem Desktop klicken viele das erste Ergebnis in den SERPs (Google-Such-Ergebnis-Seite) an, bei den weiteren Positionen in in den SERPs dreht sich das Verhältnis um.

Fazit: Auf dem Handy klicken mehr Menschen auf die Organischen Suchergebnisse als auf dem Desktop. Auf dem Handy scrollen die User durch die Suchergebnisse nach weiter unten.

Der Desktop-Crawler wird abgeschaltet

Bis März 2021 crawlte Google schon ca. 70% aller Webseiten mit dem mobilen User Agent (Artikel von Google aus September 2020). ab jetzt werden alle Websites nur noch mit den Smartphone- Crawlern erfasst.

Es gilt: auch Seiten, Homepages, die noch nicht allen mobilen Anforderungen genügen, werden durch die Google Bots indiziert und bewertet, die zu den mobilen Google Crawlern gehören.

Bilder und alle Inhalte, die sich nur auf einer Desktop-only-Website befinden, sind betroffen. Desktop-Inhalte werden  nicht mehr indexiert und gerankt. Websites, die nicht mobil optimiert sind, werden einen Traffic-Verlusten hinnehmen müssen.

Wie kann man sich auf Mobile Only einstellen?

  1. über die Google Search Console prüfen, ob Google meine URL als mobile-friendly einschätzt
    Google Search Console: Nutzerfreundlichkeit auf Mobil-Geräten

    Auf der Google Search Console: Nutzerfreundlichkeit auf Mobil-Geräten

    Der User-Agent ist der Smartphone-Crawler

    Der verwendete Google-Crawler

     

  2. Google Search Console – Google informiert regelmäßig per Mail Probleme, die der Webmaster lösen sollte:

    Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten-Probleme

    Mail von Google: Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten

  3. Responsive: Das Webdesign der Homepage sollte responsive sein.
    D.h. der Bildschirm und alle Inhalte passen sich automatisch auf das Endgerät an.
    Es sollte nur eine Homepage geben. D.h. eine Homepage für Desktop, eine für mobile Endgeräte (z.B. auf einer Subdomain), davon rät Google seit Jahren ab
  4. Kongruenz: Die Inhalte sollten in jeder Variante gleich sein – man kann als Webdesigner z.B. bestimmen, das Bilder auf den mobilen Endgeräten ausgeblendet werden, um die Ladezeiten zu optimieren.  Oder gibt für den Desktop lange, für das Handy kurze Texte aus.
  5. Performance – Ladezeiten prüfen, optimieren
    1. Google Page Speed Insight
    2. Google Lighthouse ist Open-Source und bietet Audits für Leistung, Barrierefreiheit, progressive Web-Apps, SEO und mehr. Das Tool auf URL-Basis kann über die Entwicklertools im Chrome Browser aufgerufen werden. Addon Google Chrome Lighthouse . Es ist zu erwarten, das die Geschwindigkeit der der mobilen Ansicht wichtiger als Ranking-Signal eingeordnet wird als bisher.
  6. Sichtbarkeit der Inhalte: Auch die Funktion, Inhalte in Toggles oder Accordions zu verstecken (Text wird durch Anklicken erst sichtbar), um eine bessere Übersichtlichkeit zu gewährleisten, sollte mit Bedacht gewählt werden, weil die versteckten Inhalte zukünftig nicht mehr in das Ranking einfließen werden.

Mobile-First war der Weg zu Mobile Only

In diesem Artikel beschreibt Google ausführlich und gut erklärt, was bei einer Website zu beachten ist, die das Prinzip Mobile First beachtet: developers.google.com/search/mobile-sites/mobile-first-indexing

John Mueller von Google zur m-Dot Problematik

… die bedeutet, das auf dem Desktop eine nur für mobile Endgeräte optimierte Website angezeigt wird.

Schon bei Mobile First gab es ein technisches Problem der Infizierung:

m-Dot: viele Homepages haben eine Subdomain, die nur mobilen Inhalte verwaltet, z.B. m.Bild-online.de, bisher wurde auf der Desktop Suche die Desktop Version angezeigt und mit Klick auf ein SERP Snippet auch geöffnet. Nun kann es passieren, das auf dem Desktop die mobile Version angezeigt wird (Beispiel für eine Homepage, die besser nicht auf dem Desktop geöffnet wird: https://www.kreaktiv.art).

  • „ (..) Wir können diese zwar verarbeiten, aber wir werden nur die m-Dot Version der Website indexieren und eventuell wird die m-Dot Version der Site in den Desktop-Suchergebnissen angezeigt.
  • (..) Bei m-Dot Sites kann es jedoch manchmal vorkommen, dass wir nur die m-Dot Version haben und die Verbindung zu einer Desktop-Version nicht erkannt haben. (..)
  • Die einzige Lösung besteht im Wesentlichen darin, sicherzustellen, dass du deine Benutzer von der m-Dot Version zur Desktop-Version umleitest, wenn sie einen Desktop-Browser verwenden.
  • Und ich sehe nicht, dass wir dies in naher Zukunft ändern werden, wenn überhaupt. “

Mobile Only bedeutet nicht: vergiss Desktop

In Deutschland sind über ein Drittel mit dem Desktop (Sistrix Studie März  2021) unterwegs und viele Surfen auf dem Sofa mit dem Handy, um dann über ihren Mac oder PC z.B. eine Bestellung auszulösen. Einfach, weil es bequemer ist und man alle Informationen auf einen Blick sieht: fast angeordnet wie in einem Printmedium, und nicht schmal und untereinander.

Also sollte eine Homepage gut und sauber aufgebaut sein: nach den aktuellen Gestaltungsregeln für Webdesign, wo mithilfe des Boxmodells Inhalte innerhalb von Elementen strukturiert werden, die sich flexibel an das Endgerät anpassen: im Desktop nebeneinander, auf dem Handy untereinander.

Die Deutschen sind weiterhin auf mehreren Geräten unterwegs. (..) Zu Hause setzen 48 Prozent der Deutschen auf ihren PC, 32 Prozent auf das Smartphone (zum Vergleich: weltweit setzen hier bereits 40 Prozent auf das Smartphone). Rund die Hälfte der Deutschen nutzt schon mal mehrere Endgeräte gleichzeitig (über zwei Drittel der jungen Deutschen). (..) In Deutschland wünschen sich nur 4 von 10 Nutzern EIN Gerät für ALLES.

Adobe Mobile Marketing Studie 2019

Gut zu wissen bei Mobile Only:
Google Topic Layer ergänzt Knowledge Graph

Der Topic Layer ist besonders sichtbar auf dem Mobilen Device:

Bei der SEO-Optimierung sollte über den Topic Layer (Topic Layer: eine Art automatischer Themenumriss, der sich je nach Suchbegriff dynamisch ändert) nachgedacht werden, der Webinhalte wahrscheinlich in den Knowledge Graph einfügt. Möglicherweise erzeugen Webinhalte manchmal genug Informationen/Interaktionen, um dann im Topic Layer platziert zu werden.

Der Topic Layer wird beeinflußt durch beliebte „Verwandte Themen“ „Andere suchten“ „Andere fragten“ etc.

Eine neue Themenebene im Knowledge Graph
Um all diese Aktualisierungen zu ermöglichen, muss die Suche Interessen verstehen und wie sie sich im Laufe der Zeit entwickeln. Daher haben wir unseren bestehenden Knowledge Graph – der die Verbindungen zwischen Menschen, Orten, Dingen und Fakten versteht – um eine neue Ebene (die Themenebene) erweitert (..) um einen Themenbereich tiefgreifend zu verstehen und zu erkennen, wie sich Interessen im Laufe der Zeit entwickeln können (..) Quelle: Google

Möglicherweise werden Informationen stärker um den Knowledge Graph herum organisiert. Websites werden in Maps (Teil des Knowledge Graph) einbezogen und nicht umgekehrt.

SEO für alle Medieninhalte einer Homepage

Auch sollten Medieninhalte optimiert werden (SEO-optimierte Podcasts & YouTube-Videos oder Instagram) – attraktive Inhalte, auf die über die herkömmliche Suche oder Voice-Searc zugegriffen werden kann.

  • Videos und Live-Streams erstellen und optimieren – idealerweise auf YouTube gehostet, idealerweise eigener Channel
  • Podcasts erstellen, optimieren und als XML-Feed an Google senden
  • Bilder mit beschreibenden Alternativtexten verwenden
  • Google My Business mit Informationen & Medieninhalten optimieren

Beachte beim Einbinden von Videos & Podcasts bitte die Anforderungen an die DSGVO >>

Bilder SEO – width & height

Wenn wir von Mobile Only sprechen, dann bedeutet das auch, die Bilder nach den Grundlagen des Responsive Webdesigns einzufügen. D.h. das Bild ist in seiner Größe optimal an das Endgerät angepasst und führt so zu einem visuellen Genuss auf Handy, Tablet oder Desktop bei gleichzeitig schnellem Laden.

Relativ neu ist, das die Größen der Bilder im image-Tag definiert werden, wie es früher Standard war <img width=“500″ height=“500″ …> sondern es werden z.B.

  • relative Angaben zur Größe im CSS hinterlegt
  • html-Tag picture steuert verschieden hinterlegte Größen je nach Device-Größe

D.h. Hier werden verschiedene Bilder in verschiedenen Größen für die verschiedenen Endgeräte bereitgestellt und damit schnell (—> Performance) geladen

<picture>
<source media="(min-width: 800px)" srcset="head.jpg, head-2x.jpg 2x">
<source media="(min-width: 450px)" srcset="head-small.jpg, head-small-
2x.jpg 2x">
<img src="head-fb.jpg" srcset="head-fb-2x.jpg 2x" alt=
"a head carved out of wood">
</picture>

Dieses Beispiel kommt von Google, Quelle:  https://developers.google.com/web/fundamentals/design-and-ux/responsive/images

Verschwindet meine Seite aus den Suchergebnissen, wenn sie nicht optimiert für mobile Endgeräte ist?

Natürlich nicht – Mobile Only bedeutet, dass der Crawler von seiner Technik her meistens ein Smartphone-Crawler ist – und deine Homepage wird ein ernstes Problem haben, bei Google gefunden zu werden, wenn du Konkurrenz hast. Dann verliert die Homepage im Vergleich zum Mitbewerber seine Ranking-Position – aber deine Seite befindet sich weiterhin in der Datenbank von Google und kann über die Google-Suche gefunden werden. Nur eben viel viel schlechter.

Es muss zwar keine mobile Version deiner Seiten vorhanden sein, damit deine Inhalte in die Ergebnisse der Google Suche aufgenommen werden, wir empfehlen dies jedoch dringend.

Quelle: Google Last updated 2021-03-29 UTC (von Google).

 

1 Kommentare

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